freelancermap.de & designenlassen.de kooperieren

Sonntag, 07.03.2010 | Allgemeines, Webdesign | 5 Kommentare

Die Qualität der angebotenen Projekte im Webdesign-Bereich bei freelancermap.de war für meinen Geschmack nie sonderlich hoch, scheinbar gibt es dort keine Qualitätskontrolle. Aber in letzter Zeit häufen sich in dieser Börse Projektanfragen, die - unabhängig von qualitativen Aspekten - geradeheraus und ohne einen Hauch von Schamesröte den Preisverfall dokumentieren. Ein Screendesign für eine Unternehmensberatung (!) wird dort beispielsweise angefragt, drei unterschiedliche Entwürfe sollen es sein - für 300 Euro. Ein anderes Mal sucht eine Berliner Internetagentur Freelancer, die grafische Screendesigns in TYPOlight-Websites umwandeln, also HTML, CSS, TYPOlight-Programmierung und -Einrichtung, das ganze Paket - für sage und schreibe 50 Euro. Nein, nicht pro Stunde. Pro Website.  Dabei ist freelancermap eigentlich ein reines Business-Portal, den 14-jährigen Schüler, der zu solchen Konditionen vielleicht gerne was hinzuverdient, wird man dort kaum antreffen.

Irritiert von derlei Projektangeboten habe ich ein wenig im Netz gestöbert, wie es zu sowas kommen kann. Und siehe da, freelancermap kooperiert seit Neuestem mit designenlassen.de. Das erklärt Einiges.
Designenlassen ist sowas wie das myHammer für Designer und aus Unternehmersicht fraglos eine tolle Sache. Denn bei großen Projekten ist es im Designbereich nicht unüblich, einen sogenannten Pitch zu veranstalten: das Unternehmen stellt eine Aufgabe (und nennt meist auch das Budget), lobt einen Wettbewerb dafür aus, und interessierte Agenturen dürfen dann ihre Vorschläge und Konzepte einreichen. Der “Gewinner” bekommt das Projekt und das Renommé, die Verlierer zumindest eine kleine Aufwandsentschädigung für die entstandene Arbeit. Das Unternehmen kann sich somit den besten Anbieter bzw. den besten Entwurf herauspicken, und die Agenturen - nun ja, für die war es immer schon eine Streitfrage, ob so ein Vorgehen fair und für die Agenturen lohnenswert ist. Aber dafür ging es ja früher auch um Millionenprojekte, tolle Referenzkunden, Agenturrankings, und es war meist Usus, dass die Verlierer nicht ganz leer ausgingen.

Bei designenlassen.de läuft das genauso. Nur, dass es da nicht um Millionenbeträge geht, sondern um komplette Websites mit individuellem Design und allem pipapo für 250 Euro. Und um diese 250 Euro kloppen sich nicht fünf ausgewählte Agenturen,, sondern… ich schau gerade mal nach, mit welchem aktuellen Wert auf der Seite geworben wird… sondern durchschnittlich 113 Designer. Von denen 112 hinterher keinen Cent für ihre Arbeit sehen. Wie die dort Tätigen von ihrer Arbeit leben können ist mir ein absolutes Rätsel. Für eine vernünftige Website braucht man inkl. Beratung, Kommunikation, Konzept, Design, HTML & CSS Umsetzung, den nötigsten Suchmaschinenmaßnahmen und der Sicherstellung der Cross-Browser-Kompatibilität ungefähr eine Arbeitswoche. Den Idealfall an Einkommen kann man nun leicht selbst errechnen, muss dann allerdings wieder, wir reden ja von Selbständigen, die Betriebsausgaben gegenrechnen, sowie die Leerlaufzeiten einplanen, in diesem Fall auch die Arbeitszeiten für Verlierer-Designs, die Zeiten für Akquise, für buchhalterischen Kram, für Fortbildung, etc. Von dem, was übrig bleibt, gehen immer noch Krankenkassenbeiträge, Einkommensteuer etc. ab. Von dem kläglichen Rest kann man kaum überleben, und ums Überleben sollte es für einen Designer ja auch nicht gehen, es ist schließlich ein hochwertiger Beruf, der eine vernünftige Bezahlung verdient. Warum sich Designer zu sowas herablassen, wie das Ganze für sie erfolgreich funktioniert, ist mir wie gesagt ein Rätsel. Den Auftraggebern scheint das jedoch schnurz zu sein.

Womit wir wieder bei freelancermap wären. Die wollten bei designenlassen.de nämlich ein neues Logo in Auftrag geben, haben es aber nicht geschafft, weil ihre Anfrage im “Daten-Nirvana” gelandet ist. Das darauffolgende Support-Telefonat mündete aber umgehend in einem Kooperationsgespräch. Denn bei designenlassen.de “finden Unternehmen individuelles Design zu einem günstigen Preis”, und bei freelancermap.de den “passenden Programmierer”. Steht wirklich so in der Pressemitteilung…

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Vorratsdatenspeicherung verfassungswidrig

Dienstag, 02.03.2010 | Allgemeines, Internet | Kein Kommentar

Das Bundesverfassungsgericht hat heute die seit 2008 wirksame Vorratsdatenspeicherung in der jetzigen Form für verfassungswidrig erklärt. Erstmal eine gute Sache und ein Etappenerfolg.

Aber so richtig Freude aufkommen will bei mir nicht. Zeigt das Urteil doch nur erneut das Muster, nach dem Politik nun schon seit Jahren funktioniert. Dieses Gesetz war immerhin zwei Jahre in Kraft. Inwiefern es den Erfindern verfassungskonform erschien, erschließt sich zumindest mir als totalem Laien nicht. Das Grundgesetz kann man im Übrigen hier jeder kostenlos bestellen. Ich kann es mir nur so erklären, dass Herrn Schäuble, seinen Kollegen sowie dem ganzen Beraterstab im Hintergrund eine andere Version vorliegt. Auch unserem Bundespräsidenten, der bereitwillig seine Unterschrift darunter gesetzt hat. Und nun wird es als Erfolg für die Demokratie und Grundrechte gefeiert, wenn Karlsruhe das Ding erwartungsgemäß “einkassiert”. Alles ist gut, der Laden läuft prima.

Mir wird eher angst und bange, wenn Urteile wie dieses mir vergegenwärtigen, an welch seidenem Faden unsere Grundrechte inzwischen hängen. Was, wenn der werte Vorsitzende Herr Papier in nicht allzu ferner Zukunft durch ein, sagen wir, “gefälligeres” Modell ersetzt wird. Wieviele Menschen mit Rückgrat sitzen denn heutzutage überhaupt noch in entscheidenden Positionen. Welcher Politiker wird noch glaubhaft als aufrechter Demokrat wahrgenommen, wer versucht ernsthaft im Sinne der Bevölkerung bzw. des Landes zu wirken und nicht im Sinne eigener bzw. parteiinterner Interessen. Mir fällt kein Einziger ein. Das finde ich persönlich traurig. Und das Traurigste ist, es wird sich nichts daran ändern, weil niemand die Verantwortung übernehmen muss oder jemals Konsequenzen zu befürchten hat.

Nichtsdestotrotz, ein herzlicher Dank an das Bundesverfassungsgericht und ein sehr ernst gemeintes “Weiter so!”

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Bookmarks des Monats / Februar

Montag, 01.03.2010 | Notizen | Kein Kommentar

125 traumhafte deutsche Blogs: It’s only Blog’n’Roll
How To Create Depth And Nice 3D Ribbons Only Using CSS3
The Case Against Vertical Navigation
The Ultimate Collection Of Brilliant Web Design Tutorials
Divine: Wordpress Vorlagen aus Photoshop (angeblich ;-))
72 Questions to Ask New Web Design Clients with PDF Chart
The Principles of Great Design
and last but not least:
Why the internet will fail (from 1995)

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Besser spät als nie

Freitag, 08.01.2010 | Notizen | 1 Kommentar

Mit leichter Verzögerung möchte ich meinen Lesern alles Gute für das noch junge Jahr 2010 wünschen!
Ich hoffe, dass es in diesem Jahr nicht wieder zu einer fünfmonatigen Blog-Pause kommen wird… Aber der Umzug nach Berlin (den ich hiermit mit ganz deutlicher Verzögerung bekannt gebe :-)) hat dann einfach doch mehr Energie geraubt als erwartet und das ein oder andere private Ereignis war der Blog-Quote auch nicht gerade förderlich. Sei’s drum, ich versuche mich in Optimismus - es kann nur und es wird wieder besser werden, mit meinem Blog und dem Rest der Welt!


Klare Worte

Montag, 03.08.2009 | Notizen | Kein Kommentar

Das law blog von Rechtsanwalt Udo Vetter ist ja immer wieder lesenswert, aber hier trifft er den Nagel derart zielgenau auf den Kopf, wie ich es bislang noch nirgends gelesen habe: Die Meinungsfreiheit als Sondermüll

Einfach mal so als Leseempfehlung, mit herzlichem Dank an den Autor!


Au weia

Donnerstag, 02.07.2009 | Notizen | 1 Kommentar

Habe eben den schlechtesten TV-Bericht seit langem entdeckt, und das will was heißen:

Da passt irgendwie so gar nichts zusammen. Weder das Gesülze des OFF-Kommentators zu den Aussagen der gezeigten Personen. Noch die Tatsache, dass Katrin Bauerfeind mit einer Internetshow berühmt wurde, die maßgeblich auf Web-Fundstücken (!) basierte. Dass nun ausgerechnet in ihrer Sendung so ein Mist verzapft wird, finde ich unschön. Die Anhänger einer demokratische Partei als “hinterhältig” zu bezeichnen im Übrigen auch.
Überparteilichkeit der Öffentlich-Rechtlichen? Nicht wirklich…


EU schlägt wieder zu

Freitag, 12.06.2009 | Internet | 1 Kommentar

Klasse, die EU-Schnarchnasen haben wieder zugeschlagen: Windows 7 kommt in Europa ohne Webbrowser. Nachdem alles Obst und Gemüse durchnormiert ist, haben sie ein neues Feld entdeckt, auf dem sie sich austoben können. Wer rettet uns bitte vor diesen Schwachmaten?

1. Die einzige Firma, die versucht, mit dem Verkauf eines Webbrowsers als solches Geld zu verdienen, ist Opera - vielleicht sollten die ihr Geschäftsmodell einfach mal überdenken und einsehen, das sie damit nunmal mindestens 10 Jahre zu spät dran sind? Inwiefern der Browsermarkt wirtschaftlich relevant sein soll, erschließt sich mir nicht. Das Problem von Opera ist nicht der Internet Explorer, sondern dass es mit Firefox, Safari, Chrome gleichwertige & vollkommen kostenlose Alternativen gibt.

2. Ich fühle mich in die 90er zurückversetzt, der gute alte Krieg IE vs. Netscape damals, ja, das waren noch Zeiten. Damals hätte die Aktion Sinn gemacht und Netscape vielleicht vor dem Untergang bewahrt. Aber seitdem ist viel passiert. Und rückblickend muss man einsehen - es war gut so. Das Mozilla Projekt konnte aus Netscape erwachsen, brachte uns irgendwann mit Firefox einen sehr guten Browser, und in Sachen Webstandards hat sich sehr sehr viel getan seitdem; das ist eine gute Sache sowohl für Anwender als auch für Entwickler.

3. Haben die EU-Menschen auch daran gedacht, dass der Internet Explorer auf einem frisch installierten System die wichtige und wertvolle Aufgabe hat, sich einen vernünftigen Browser herunterzuladen? Stattdessen soll man jetzt erstmal zum nächsten Kiosk pilgern und irgendeine Heft-CD erstehen?

4. Was ist mit Mac OSX, dort wird doch auch gebundlet, was das Zeug hält? Apple darf also problemlos Safari mitliefern, sowie zig anderen Kram, um das Rundum-Sorglos-Paket pefekt zu machen? Und genau damit auch werben, dass man gar nichts installieren muss, weil die Alltagsanwendungen alle schon mit dabei sind? Und Windows gesteht man gleichzeitig nichtmal eine so elementare Software wie einen Webbrowser zu? Also, da verspüre fast schon einen Hauch von Mitleid für Microsoft.

5. Das einzig Sinnvolle, um Microsofts Marktmacht wirkungsvoll zu dämpfen wäre, die Zwangsbündelung von Hardware und Betriebssystem zu verbieten. Das ist meiner Meinung nach das Allerärgerlichste - jedesmal, wenn ich mir ein Notebook kaufe, bin ich gewungen, Windows mitzubezahlen. Hätte der Anwender beim Hardwarekauf die freie Wahl zw. Windows/OSX/Linux/etc., würde der Kuchen mittelfristig *ganz* anders aufgeteilt werden, da bin ich mir sicher. Aber da traut sich die EU natürlich nicht ran.

6. Wenn das Schule macht, gute Nacht. Ich erwarte, dass Winamp demnächst gegen Integration und Beigabe des Windows Media Players klagt. Danach finden sich bestimmt noch Hersteller von Email-, FTP-, Zip-, Messenger-Programmen, nicht zu vergessen Texteditoren und das allseits beliebte Solitär. Darf doch nicht sein, dass all das schon bei Windows dabei ist, und dann noch in so erstklassiger Qualität :-)

Ich bin absolut kein Freund von Microsoft und schon gar nicht des Internet Explorers (als Webdesignerin ist das Ding für mich der Horror schlechthin). Aber dass sich die EU hier einmischt, halte ich für völlig daneben. Der Erfolg von Firefox hat doch gezeigt, dass die Menschen durchaus in der Lage sind, selbständige Entscheidungen zu treffen. Trauen uns die Herren EU-Politiker aber offenbar nicht so richtig zu…

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Von Klötzchen und Ballermännern

Samstag, 06.06.2009 | Allgemeines, Games | 2 Kommentare

Liebes Tetris, alles Gute zum Geburtstag, oder besser От всего сердца поздравляю тебя с Днём рождения! Seit 25 Jahren werden deine allseits beliebten Klötzchen durch die Gegend geschoben. Ja, das waren noch die guten alten Pionierzeiten, als Computerspiele sich durch einfache, geniale Ideen auszeichnen mussten, um erfolgreich zu sein. Heute unterscheiden sich die gefühlt 7365082654 Ballerspiel-Varianten höchstens in Nuancen der Grafikkartenausnutzung und Blutspritzwinkel. Nichtsdestotrotz: wer an sowas Spaß hat, soll es tun. Die leidige “Killerspiel”-Debatte hat gestern wieder Zunder bekommen durch die Einigung der Innenminister von Bund und Länder, diese Spiele zu verbieten. Einen passenden knackigen Kommentar dazu gibt es (ausgerechnet!) bei Welt Online. Verzweifelter, realitätsferner Aktionismus, um auf Stimmenfang zu gehen - aber, der Kalauer sei mir erlaubt, der Schuss könnte auch nach hinten losgehen.

Eine ganze Generation wird vor den Kopf gestossen, und auch bei den Älteren finden sich mit Sicherheit viele Vernunftsmenschen, die merken, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen Computerspielen und Amokläufen grober Unfug sind. Und dass das Problem eben doch etwas komplexer und elementarer ist, als das man es mit derart einfachen, schnellen Lösungen wegwischen könnte. Das ist für mich das Ärgerlichste an der Debatte: die wirklich dringenden gesellschaftlichen Probleme (Bildung, Erziehung, Leistungsgesellschaft, etc.) werden in den Hintergrund gedrängt. Es wird nichts konkret *für* unsere Jugendlichen getan, stattdessen zeigt man ihnen mit Verboten, was man von ihnen und ihren Lebenswelten hält. Und wundert sich dann über ihre Politikverdrossenheit.
Ich bin jedenfalls noch nicht verdrossen genug, um nicht wählen zu gehen und freue mich , morgen kundzutun, was ich von solcher Politik halte. Ahoi!

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Aye! Monkey Island kehrt zurück!

Dienstag, 02.06.2009 | Games | Kein Kommentar

Was ist nur plötzlich in Lucas Arts gefahren?
Nachdem *die* Adventure Company schlechthin das Genre vor fast einem Jahrzehnt unsanft fallen liess und sich nur noch auf Games aus dem Star Wars Umfeld konzentrierte, passiert nun etwas, das wohl keiner geahnt hat: Sie veröffentlichen nochmal den ersten Teil der Monkey Island Reihe. Das selbe Spiel wie vor 20 Jahren, aber mit neuem Sound und neuer HD-Grafik - die sich aber jederzeit in die Orginal SCUMM VM 256 Farben Grafik umschalten lässt, herrlich!

Hier der Trailer zu The Secret of Monkey Island Special Edition:

Aber das ist nicht alles, nein, es wird noch besser: Telltale Games veröffentlicht dieses Jahr 5 neue Monkey Island Episoden. Ich liebe diese Jungs! (Und werd mich beeilen, die wunderbaren Sam & Max Epsioden zu Ende zu spielen)

Eine kleine Beruhigung noch für die Fans, die sich fragen, wie Monkey Island ohne Ron Gilbert funktionieren soll: Der hat einen guten Draht zu den Telltale Leuten (welche ja ebenfalls ehemalige Lucas Arts Mitarbeiter sind), freut sich genauso auf die neuen Episoden, und wie er treffend in seinem Grumpy Gamer Blog schreibt:

“This next year is going to be very interesting.  Ron Gilbert, Dave Grossman and Tim Schafer all have games coming out.  Someone check the scriptures.  Might be a good time to start hording canned goods.”

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Es muss ja mal gesagt werden

Samstag, 30.05.2009 | Notizen | Kein Kommentar

Die besten Jahrgänge für Nerds: 1970-75
Die Frage ist nur: Was sind dann Leute, die auch heute noch echte Flipper und Adventures spielen?