Webdesign
CSS und die runden Ecken
In meinen letzten beiden Projekten (eins davon ist endlich online, der Relaunch des berühmt-berüchtigten Getreidemühlen Online-Shop: http://www.getreidemuehlen.de) habe ich mich mit dem Screendesign selbst in die Bredouille gebracht, Contentboxen mit runden Ecken zu versehen, mal mit Schatten, mal mit Rahmen.
Mit CSS3 eigentlich kein Problem, denn dort gibt es praktische Anweisungen für border-radius und box-shadow. Fast alle aktuellen Browser können damit auch was anfangen, außer – wen wundert’s – Internet Explorer 8. Daher ist es ein leider nach wie vor aktuelles Thema.
Es gibt diverse Methoden, die sich mit JavaScript behelfen und sehr gut funktionieren, z. B. Curvy Corners. Allerdings, auch ohne Purist zu sein: für ein paar schicke Rundungen mit ‘ner JS Library um die Ecke zu kommen, um die nötigen Elemente ins DOM zu pfropfen? Irgendwie sorgt die Vorstellung bei mir für Unbehagen – es mag Old School sein, aber für mich ist JavaScript immer noch in erster Linie für Action zuständig, nicht fürs Aussehen. Dann doch lieber gleich die Elementsuppe manuell löffeln, und hierfür haben sich über die Jahre diverse Techniken gefunden: Spiffy Corners, Transparent custom corners and borders von 456 Berea St., und die exzellenten, variabelsten Even More Rounded Corners von Schillmania, die auch mit CSS3 eine Daseinsberechtigung haben, denn wie das Beispiel im Link zeigt, ist damit auch noch mehr drin als nur runde Ecken.
Doch es gibt auch einen anderen Ansatz: warum dem Internet Explorer nicht einfach eine Nachhilfestunde via .htc File geben? Hat sich damals mit IE6 und den PNGs schließlich auch bewährt. Und siehe da, es gibt zwei sehr gute Ansätze: zum Einen die Curved Corner Lösung von htmlremix, zum Anderen die ultimative ie-css3.htc von fetchak, die dem IE nicht nur runde Ecken, sondern sogar auch ein bißchen Schatten beibringt! Ohne Frage die bequemste und sauberste Lösung, allerdings mit einem Haken: sind die Inhalte in den so gestylten Boxen sehr komplex und verschachtelt, treten mitunter Fehldarstellungen auf, die durch kreativen, großzügigen Umgang mit position: relative Anweisungen gelöst werden können – was aber, gerade wenn’s komplex wird, nicht immer möglich oder ratsam ist. Das heißt: diese Lösung ist nur bei relativ simplem Content zu empfehlen.
Die beste aller Lösungen fand aber bei besagtem Getreidemühlen Shop Anwendung: Internet Explorer und alle alten Browser wurden einfach ignoriert. Da sie border-radius nicht verstehen, machen sie die Ecken eben eckig, und mal ehrlich: die etwas weniger hübsche Optik tut dem Sinn und Zweck dieser (und jeder anderen) Seite keinen Abbruch, zumal der IE-Nutzer ja nicht weiss, was er verpasst. Und die gute Nachricht zum Schluss: IE9 wird ziemlich sicher runde Ecken unterstützen …
freelancermap.de & designenlassen.de kooperieren
Die Qualität der angebotenen Projekte im Webdesign-Bereich bei freelancermap.de war für meinen Geschmack nie sonderlich hoch, scheinbar gibt es dort keine Qualitätskontrolle. Aber in letzter Zeit häufen sich in dieser Börse Projektanfragen, die – unabhängig von qualitativen Aspekten – geradeheraus und ohne einen Hauch von Schamesröte den Preisverfall dokumentieren. Ein Screendesign für eine Unternehmensberatung (!) wird dort beispielsweise angefragt, drei unterschiedliche Entwürfe sollen es sein – für 300 Euro. Ein anderes Mal sucht eine Berliner Internetagentur Freelancer, die grafische Screendesigns in TYPOlight-Websites umwandeln, also HTML, CSS, TYPOlight-Programmierung und -Einrichtung, das ganze Paket – für sage und schreibe 50 Euro. Nein, nicht pro Stunde. Pro Website. Dabei ist freelancermap eigentlich ein reines Business-Portal, den 14-jährigen Schüler, der zu solchen Konditionen vielleicht gerne was hinzuverdient, wird man dort kaum antreffen.
Irritiert von derlei Projektangeboten habe ich ein wenig im Netz gestöbert, wie es zu sowas kommen kann. Und siehe da, freelancermap kooperiert seit Neuestem mit designenlassen.de. Das erklärt Einiges.
Designenlassen ist sowas wie das myHammer für Designer und aus Unternehmersicht fraglos eine tolle Sache. Denn bei großen Projekten ist es im Designbereich nicht unüblich, einen sogenannten Pitch zu veranstalten: das Unternehmen stellt eine Aufgabe (und nennt meist auch das Budget), lobt einen Wettbewerb dafür aus, und interessierte Agenturen dürfen dann ihre Vorschläge und Konzepte einreichen. Der “Gewinner” bekommt das Projekt und das Renommé, die Verlierer zumindest eine kleine Aufwandsentschädigung für die entstandene Arbeit. Das Unternehmen kann sich somit den besten Anbieter bzw. den besten Entwurf herauspicken, und die Agenturen – nun ja, für die war es immer schon eine Streitfrage, ob so ein Vorgehen fair und für die Agenturen lohnenswert ist. Aber dafür ging es ja früher auch um Millionenprojekte, tolle Referenzkunden, Agenturrankings, und es war meist Usus, dass die Verlierer nicht ganz leer ausgingen.
Bei designenlassen.de läuft das genauso. Nur, dass es da nicht um Millionenbeträge geht, sondern um komplette Websites mit individuellem Design und allem pipapo für 250 Euro. Und um diese 250 Euro kloppen sich nicht fünf ausgewählte Agenturen,, sondern… ich schau gerade mal nach, mit welchem aktuellen Wert auf der Seite geworben wird… sondern durchschnittlich 113 Designer. Von denen 112 hinterher keinen Cent für ihre Arbeit sehen. Wie die dort Tätigen von ihrer Arbeit leben können ist mir ein absolutes Rätsel. Für eine vernünftige Website braucht man inkl. Beratung, Kommunikation, Konzept, Design, HTML & CSS Umsetzung, den nötigsten Suchmaschinenmaßnahmen und der Sicherstellung der Cross-Browser-Kompatibilität ungefähr eine Arbeitswoche. Den Idealfall an Einkommen kann man nun leicht selbst errechnen, muss dann allerdings wieder, wir reden ja von Selbständigen, die Betriebsausgaben gegenrechnen, sowie die Leerlaufzeiten einplanen, in diesem Fall auch die Arbeitszeiten für Verlierer-Designs, die Zeiten für Akquise, für buchhalterischen Kram, für Fortbildung, etc. Von dem, was übrig bleibt, gehen immer noch Krankenkassenbeiträge, Einkommensteuer etc. ab. Von dem kläglichen Rest kann man kaum überleben, und ums Überleben sollte es für einen Designer ja auch nicht gehen, es ist schließlich ein hochwertiger Beruf, der eine vernünftige Bezahlung verdient. Warum sich Designer zu sowas herablassen, wie das Ganze für sie erfolgreich funktioniert, ist mir wie gesagt ein Rätsel. Den Auftraggebern scheint das jedoch schnurz zu sein.
Womit wir wieder bei freelancermap wären. Die wollten bei designenlassen.de nämlich ein neues Logo in Auftrag geben, haben es aber nicht geschafft, weil ihre Anfrage im “Daten-Nirvana” gelandet ist. Das darauffolgende Support-Telefonat mündete aber umgehend in einem Kooperationsgespräch. Denn bei designenlassen.de “finden Unternehmen individuelles Design zu einem günstigen Preis”, und bei freelancermap.de den “passenden Programmierer”. Steht wirklich so in der Pressemitteilung…
CMS Favoriten, Teil 1: TYPOlight
Kaum ein Webdesigner, der sie nicht kennt: Die endlos erscheinende Suche, nach dem einen, dem wahren, dem perfekten Content Management System. Gerade im Bereich der PHP-basierten Open Source Systeme ist das Angebot kaum zu überblicken, aber einige wenige Systeme schaffen es dann doch, aus der grauen Masse herauszustrahlen, und dazu gehört für mich ganz eindeutig: TYPOlight.
TYPOlight ist ein unter L-GPL veröffentlichtes CMS, basiert auf PHP5, und hat bis auf den Namen eigentlich nichts mit Typo3 zu tun (ausser dass es für den Entwickler wahrscheinlich eine Inspirationsquelle für zu verbessernde Dinge gewesen war).
Was mir an dem CMS gefällt?
Die (meist) kinderleichte Installation, nach deren erfolgreicher Durchführung man mit einer sauberen, nackten Site da steht, und einem ebensolchen Template, welches man im günstigsten Fall nur noch per CSS anzupassen braucht (in der Praxis bei Kundenwebsites wohl eher selten, aber dafür kann ja das System nichts). Keine überflüssigen Dummy-Inhalte, keine vorinstallierten Layout-Templates, die mühsam angepasst werden müssen, wie es beispielsweise bei Joomla! der Fall ist.
In der Standardinstallation sind genau die richtigen Module, die man im Normalfall braucht, installiert – nicht mehr, und nicht weniger. Navigation, Formulargenerator, Newsverwaltung, Kalenderfunktion, Newsletterfunktion.
Schön sind auch Eigenschaften und Möglichkeiten wie: suchmaschinenfreundliche URLs, Suchfunktion, Mehrsprachigkeit, PDF-Export, Versionsmanagement, Auto-Update-Funktion (hat sonst kein CMS!) ,eine ordentliche Benutzerverwaltung mit Rollen und Rechten und allem was man so braucht (in Joomla! bis heute nicht integriert) und last but not least, eine XHTML-valide, CSS-freundliche Ausgabe. Ja, das sollte im Jahr 2009 eigentlich selbstverständlich sein, wer sich durch die diversen Systeme quält, weiss aber, dass dem leider nicht so ist.
Das absolut Beste an TYPOlight ist aber der Bereich, der mir persönlich bei der Bewertung eines CMS Systems auch am Wichtigsten ist: das Backend. All die tollen Features, Module und Schnick-Schnack, mit denen sich so viele CMS so gern brüsten, sind schließlich sinnlos, wenn man sie nicht findet, weil kein normaler Mensch die chaotische, überladene, benutzerfeindliche Verwaltung bedienen kann. Und meine Kunden am Ende doch wieder mich anrufen, wenn etwas an ihrer Webseite geändert werden soll – dazu hätt’s kein CMS gebraucht. In der Realität sieht’s doch oft so aus, dass keine EDV Profis vor dem System sitzen, sondern z. B. die Sekretärin, die sonst eher MS Word kennt (mehr oder weniger). Das scheinen leider viele CMS Entwickler nicht ausreichend zu würdigen.
Hier liegt die große Stärke von TYPOlight, die Bedienung ist übersichtlich und weitgehend intuitiv. Mit ein wenig Phantasie und Anpassung der Templates lässt sich mit dem System fast jede Art von Content erzeugen, selbst Galerien und sortierbare Tabellen sind bei TYPOlight von Haus aus kein Problem.
Zu den wenigen Nachteilen gehört sicher, dass das System noch niht allzu viele Lenze zählt (im Vergleich zu den Konkurrenten Joomla! und Typo3) und somit die Community noch vergleichsweise klein (aber fein!) ist. Und dass TYPOlight im Wesentlichen nur von einem Entwickler stammt. Allerdings haben sich mit der Zeit so viele begeisterte User & Developer gefunden, dass die Zukunft für TYPOlight auch nach einem möglichen Ausscheiden des Entwicklers weitgehend gesichert scheint (eine 100%ige Sicherheit gibt es leider nie, unabhängig von Closed oder Open Source).
Wer jetzt noch mehr über das System erfahren will, schaut am Besten auf der Website vorbei: http://www.typolight.org
SightDesign in verschiedenen CSS Galerien ausgezeichnet
Netzfrühling
cssCatwalk
CSSclip
CSSBased
CSSLoggia
Ist es wichtig? Nö. Tut es gut? Jaaaa ![]()
In dem Sinne: Danke!
Pitchnass
Heute hatte ich zwei Anfragen, die wohl stellvertretend für die ganze Spannbreite stehen, mit der wir Webdesigner zu kämpfen haben.
Da war morgens zum einen eine Unternehmensberatung, die mich zum Pitch einlud. Fünf Kandidaten wurden auserkoren, und ich befinde mich immerhin in guter Gesellschaft. Man dürfe ein bis drei Screendesigns vorlegen, die mit 150 Euro vergütet werden. Der Gewinner wird dann einen gigantischen Auftrag von 1.500 Euro an Land ziehen und sich über Folgeaufträge zum Stundenpreis von 25 Euro freuen dürfen. Was verdient eigentlich durchschnittlich so ein Unternehmensberater? Diejenigen, die mir bislang über den Weg liefen, hätten für 25 Euro jedenfalls keinen Finger gekrümmt. Sogar der Handwerker mit polnischem Akzent, der mir neulich das Dachfenster reparierte, tat dies zu einem Stundenlohn von 60 Euro. Und nein, ich liess ihn und vier seiner Kollegen nicht erstmal probeweise das Fenster lackieren…
Und dann kam nachmittags der Anruf eines nebenberuflichen Holzbildhauers. Er möchte sich und seine Arbeiten gerne auf einer kleinen Website präsentieren, ob man da was machen könne, für ca. 1000 Euro. Ja, war meine Antwort, kann man. Wir besprachen also die Details und ich sagte ihm, dass ich ihm am Montag einen Kostenvoranschlag schicke. Er fragte mich dann, was ihn der KVA kostet. Ich sagte, nichts – gehört zum Service und zum Berufsrisiko dazu. Er wollte sich partout nicht davon abbringen lassen und argumentierte, dass ich ihn doch so nett beraten hätte und ich doch auch Aufwand mit der Erstellung des KVAs hätte, er würde mir doch gerne zwei, drei Arbeitsstunden bezahlen, das wäre doch in anderen Branchen auch üblich. Es war rührend! Der Mann hatte offensichtlich keine Ahnung, was in der Internetbranche üblich ist. Und dass das, was ein normaldenkender Mensch als gerechtes Geschäftsgebaren empfindet, für IT Business Menschen alles andere als selbstverständlich ist.
Natürlich bin ich “hart” geblieben und habe mich geweigert, eine Bezahlung für den KVA und die Beratung in Erwägung zu ziehen. Aber ins Grübeln gebracht hat es mich doch…
sightdesign.de Relaunch
Es ist vollbracht – nach mehr als drei Jahren war es an der Zeit für eine Generalüberholung meiner Website. Ich hoffe, das neue Layout gefällt meinen Besuchern genauso gut wie mir
Als Content Management System setze ich ab jetzt das hervorragende MODx ein, welches auf Etomite basiert (welches ich bislang verwendet habe). Modx ist ein Open Source PHP Application Framework, das vor allem durch seine einfache Bedienung, die SEO-Fähigkeiten und der weitreichenden Integration von AJAX und CSS überzeugen kann. Ich habe es bei meiner Arbeit für die Trackplus Website kennen- und schätzen gelernt und kann es nur jedem empfehlen, der auf der Suche nach einem schlanken, modernen CMS ist. Wobei “schlank” in dem Fall nicht mit “abgespeckt” gleichzusetzen ist – das System wartet mit einer nicht zu unterschätzenden Funktionsvielfalt auf. Dieser Blog beispielsweise kommt aus MODx und nicht aus Wordpress, und ich bin gespannt, wie er sich in der Praxis bewähren wird…
[Kleine Anmerkung am 13.10.08: Zwischenzeitlich bin ich für den Blog-Bereich doch wieder auf Wordpress umgestiegen, da es in MODx doch zuviel "Gefuddel" braucht, um etwas Blog-artiges auf die Beine zu stellen - es ist nicht ganz die eierlegende Wollmilchsau, als die es von den Entwicklern beworben wird. Aber ansonsten bin ich von MODx nach wie vor überzeugt und begeistert.]
In dem Sinne – happy blogging! (Oder was auch immer man zu solchen Gelegenheiten sagt. Ich werde jetzt jedenfalls erstmal eine Flasche Jules Mumm gegen mein Macbook hauen. Ganz sanft.)