Browser
EU schlägt wieder zu
Klasse, die EU-Schnarchnasen haben wieder zugeschlagen: Windows 7 kommt in Europa ohne Webbrowser. Nachdem alles Obst und Gemüse durchnormiert ist, haben sie ein neues Feld entdeckt, auf dem sie sich austoben können. Wer rettet uns bitte vor diesen Schwachmaten?
1. Die einzige Firma, die versucht, mit dem Verkauf eines Webbrowsers als solches Geld zu verdienen, ist Opera – vielleicht sollten die ihr Geschäftsmodell einfach mal überdenken und einsehen, das sie damit nunmal mindestens 10 Jahre zu spät dran sind? Inwiefern der Browsermarkt wirtschaftlich relevant sein soll, erschließt sich mir nicht. Das Problem von Opera ist nicht der Internet Explorer, sondern dass es mit Firefox, Safari, Chrome gleichwertige & vollkommen kostenlose Alternativen gibt.
2. Ich fühle mich in die 90er zurückversetzt, der gute alte Krieg IE vs. Netscape damals, ja, das waren noch Zeiten. Damals hätte die Aktion Sinn gemacht und Netscape vielleicht vor dem Untergang bewahrt. Aber seitdem ist viel passiert. Und rückblickend muss man einsehen – es war gut so. Das Mozilla Projekt konnte aus Netscape erwachsen, brachte uns irgendwann mit Firefox einen sehr guten Browser, und in Sachen Webstandards hat sich sehr sehr viel getan seitdem; das ist eine gute Sache sowohl für Anwender als auch für Entwickler.
3. Haben die EU-Menschen auch daran gedacht, dass der Internet Explorer auf einem frisch installierten System die wichtige und wertvolle Aufgabe hat, sich einen vernünftigen Browser herunterzuladen? Stattdessen soll man jetzt erstmal zum nächsten Kiosk pilgern und irgendeine Heft-CD erstehen?
4. Was ist mit Mac OSX, dort wird doch auch gebundlet, was das Zeug hält? Apple darf also problemlos Safari mitliefern, sowie zig anderen Kram, um das Rundum-Sorglos-Paket pefekt zu machen? Und genau damit auch werben, dass man gar nichts installieren muss, weil die Alltagsanwendungen alle schon mit dabei sind? Und Windows gesteht man gleichzeitig nichtmal eine so elementare Software wie einen Webbrowser zu? Also, da verspüre fast schon einen Hauch von Mitleid für Microsoft.
5. Das einzig Sinnvolle, um Microsofts Marktmacht wirkungsvoll zu dämpfen wäre, die Zwangsbündelung von Hardware und Betriebssystem zu verbieten. Das ist meiner Meinung nach das Allerärgerlichste – jedesmal, wenn ich mir ein Notebook kaufe, bin ich gewungen, Windows mitzubezahlen. Hätte der Anwender beim Hardwarekauf die freie Wahl zw. Windows/OSX/Linux/etc., würde der Kuchen mittelfristig *ganz* anders aufgeteilt werden, da bin ich mir sicher. Aber da traut sich die EU natürlich nicht ran.
6. Wenn das Schule macht, gute Nacht. Ich erwarte, dass Winamp demnächst gegen Integration und Beigabe des Windows Media Players klagt. Danach finden sich bestimmt noch Hersteller von Email-, FTP-, Zip-, Messenger-Programmen, nicht zu vergessen Texteditoren und das allseits beliebte Solitär. Darf doch nicht sein, dass all das schon bei Windows dabei ist, und dann noch in so erstklassiger Qualität
Ich bin absolut kein Freund von Microsoft und schon gar nicht des Internet Explorers (als Webdesignerin ist das Ding für mich der Horror schlechthin). Aber dass sich die EU hier einmischt, halte ich für völlig daneben. Der Erfolg von Firefox hat doch gezeigt, dass die Menschen durchaus in der Lage sind, selbständige Entscheidungen zu treffen. Trauen uns die Herren EU-Politiker aber offenbar nicht so richtig zu…