Design
freelancermap.de & designenlassen.de kooperieren
Die Qualität der angebotenen Projekte im Webdesign-Bereich bei freelancermap.de war für meinen Geschmack nie sonderlich hoch, scheinbar gibt es dort keine Qualitätskontrolle. Aber in letzter Zeit häufen sich in dieser Börse Projektanfragen, die – unabhängig von qualitativen Aspekten – geradeheraus und ohne einen Hauch von Schamesröte den Preisverfall dokumentieren. Ein Screendesign für eine Unternehmensberatung (!) wird dort beispielsweise angefragt, drei unterschiedliche Entwürfe sollen es sein – für 300 Euro. Ein anderes Mal sucht eine Berliner Internetagentur Freelancer, die grafische Screendesigns in TYPOlight-Websites umwandeln, also HTML, CSS, TYPOlight-Programmierung und -Einrichtung, das ganze Paket – für sage und schreibe 50 Euro. Nein, nicht pro Stunde. Pro Website. Dabei ist freelancermap eigentlich ein reines Business-Portal, den 14-jährigen Schüler, der zu solchen Konditionen vielleicht gerne was hinzuverdient, wird man dort kaum antreffen.
Irritiert von derlei Projektangeboten habe ich ein wenig im Netz gestöbert, wie es zu sowas kommen kann. Und siehe da, freelancermap kooperiert seit Neuestem mit designenlassen.de. Das erklärt Einiges.
Designenlassen ist sowas wie das myHammer für Designer und aus Unternehmersicht fraglos eine tolle Sache. Denn bei großen Projekten ist es im Designbereich nicht unüblich, einen sogenannten Pitch zu veranstalten: das Unternehmen stellt eine Aufgabe (und nennt meist auch das Budget), lobt einen Wettbewerb dafür aus, und interessierte Agenturen dürfen dann ihre Vorschläge und Konzepte einreichen. Der “Gewinner” bekommt das Projekt und das Renommé, die Verlierer zumindest eine kleine Aufwandsentschädigung für die entstandene Arbeit. Das Unternehmen kann sich somit den besten Anbieter bzw. den besten Entwurf herauspicken, und die Agenturen – nun ja, für die war es immer schon eine Streitfrage, ob so ein Vorgehen fair und für die Agenturen lohnenswert ist. Aber dafür ging es ja früher auch um Millionenprojekte, tolle Referenzkunden, Agenturrankings, und es war meist Usus, dass die Verlierer nicht ganz leer ausgingen.
Bei designenlassen.de läuft das genauso. Nur, dass es da nicht um Millionenbeträge geht, sondern um komplette Websites mit individuellem Design und allem pipapo für 250 Euro. Und um diese 250 Euro kloppen sich nicht fünf ausgewählte Agenturen,, sondern… ich schau gerade mal nach, mit welchem aktuellen Wert auf der Seite geworben wird… sondern durchschnittlich 113 Designer. Von denen 112 hinterher keinen Cent für ihre Arbeit sehen. Wie die dort Tätigen von ihrer Arbeit leben können ist mir ein absolutes Rätsel. Für eine vernünftige Website braucht man inkl. Beratung, Kommunikation, Konzept, Design, HTML & CSS Umsetzung, den nötigsten Suchmaschinenmaßnahmen und der Sicherstellung der Cross-Browser-Kompatibilität ungefähr eine Arbeitswoche. Den Idealfall an Einkommen kann man nun leicht selbst errechnen, muss dann allerdings wieder, wir reden ja von Selbständigen, die Betriebsausgaben gegenrechnen, sowie die Leerlaufzeiten einplanen, in diesem Fall auch die Arbeitszeiten für Verlierer-Designs, die Zeiten für Akquise, für buchhalterischen Kram, für Fortbildung, etc. Von dem, was übrig bleibt, gehen immer noch Krankenkassenbeiträge, Einkommensteuer etc. ab. Von dem kläglichen Rest kann man kaum überleben, und ums Überleben sollte es für einen Designer ja auch nicht gehen, es ist schließlich ein hochwertiger Beruf, der eine vernünftige Bezahlung verdient. Warum sich Designer zu sowas herablassen, wie das Ganze für sie erfolgreich funktioniert, ist mir wie gesagt ein Rätsel. Den Auftraggebern scheint das jedoch schnurz zu sein.
Womit wir wieder bei freelancermap wären. Die wollten bei designenlassen.de nämlich ein neues Logo in Auftrag geben, haben es aber nicht geschafft, weil ihre Anfrage im “Daten-Nirvana” gelandet ist. Das darauffolgende Support-Telefonat mündete aber umgehend in einem Kooperationsgespräch. Denn bei designenlassen.de “finden Unternehmen individuelles Design zu einem günstigen Preis”, und bei freelancermap.de den “passenden Programmierer”. Steht wirklich so in der Pressemitteilung…
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