Tipps für Ihre Website
Tipps für Ihre Website
Impressum - Verstecken Sie sich nicht!
Hat Ihre Website gewerblichen Charakter, so fällt sie in Deutschland unter die Impressumspflicht (§ 6 TDG und § 10 MDStV). Dies betrifft nicht nur Firmen-Websites, sondern auch private Homepages, wenn sie beispielsweise mit Werbe-Bannern versehen sind. Ein Verstoß gegen die Impressumspflicht ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann. Einige Rechtsanwälte nutzen die Impressumspflicht als sprudelnde Einnahmequelle, indem sie Serienabmahnungen an meist arglose Homepage-Betreiber verschicken...
Das Impressum sollte von jeder Webseite Ihres Internetauftritts aus erreichbar sein. Der Link muss nicht zwingend als "Impressum" bezeichnet sein, der Name "Kontakt" genügt ebenfalls.
Folgende Angaben gehören in das Impressum:
- Name und Anschrift des Anbieters
- Kontaktinformationen
- Vertretungsberechtigter (sofern vorhanden)
- Aufsichtsbehörde (sofern vorhanden)
- Register und Registernummer (sofern vorhanden)
- Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (sofern vorhanden)
- sowie in Sonderfällen zusätzliche Angaben (für freie Berufe, redaktionelle Beiträge)
Für die Website einer GmbH könnte das Impressum also folgendermaßen aussehen:
| Dienstanbieter: | Musterfirma GmbH Musterstr. 321 12345 Musterort Deutschland |
| Geschäftsführer | Hans Mustermann |
| Telefon | +49 (0)123 - 12 34 56 |
| Telefax | +49 (0)123 - 12 34 57 |
| hans.mustermann@musterfirma.de | |
| Handelsregister | AG Musterstadt HRegNr HRB 12345 |
| UstID-Nummer: | DE 123 456 79 |
Bei Net & Law gibt es übrigens einen Webimpressum-Assistent , mit dessen Hilfe Sie sich Ihr Impressum zusammenklicken können.
Struktur - Ordung muss sein!
Der Übersichtlichkeit Ihrer Website zuliebe sollten Sie sich - am Besten schon vor dem Erstellen Ihrer Website - über die Strukturierung Ihrer Inhalte Gedanken machen. Sie sollten einerseits festlegen, welche Inhalte Sie auf Ihren Webseiten transportieren möchten, und andererseits, über welche Navigationslogik diese Inhalte erreichbar sein sollen. Meiner Meinung nach gehört dies zu den wichtigsten Aspekten überhaupt - es helfen die schönsten Informationen und das beste Design nichts, wenn Ihre Besucher die gewünschten Informationen nicht intuitiv auffinden können.
Als grobe Richtlinie gilt im Allgemeinen, dass die Hauptnavigation nicht mehr als sieben Menüpunkte umfassen sollte. Diese Menüpunkte sollten mit kurzen, aussagekräftigen Bezeichnungen versehen werden - hier ist nicht der Platz für blumige Umschreibungen, cooles Denglish, oder Witzigkeit. Der Einstiegsbereich für Ihren Produktbereich sollte daher einfach klassischerweise mit "Produkte" bezeichnet sein - das ist zugegebenermaßen weder besonders innovativ oder lustig, aber zweckmäßig, denn jeder Besucher weiß, was sich dahinter verbirgt. Der Rest der Site wird in eine hierarchische Struktur verpackt, d.h. die Hauptseiten haben Unterseiten die widerum Unterseiten haben usw.
Bei Websites mit mehreren hundert oder gar tausend Seiten ist es freilich schwer, alles auf max. sieben Seiten aufzurechnen. Es gibt jedoch die Möglichkeit, eine Nebennavigation mit den gebräuchlichsten Menüpunkten fest ins Design zu intergrieren - so zum Beispiel den Link zur Homepage, Kontakt, Impressum. Diese zählen nicht zu den "magischen Sieben", da sie vom Besucher sowieso auf jeder Website erwartet werden - findet er den Kontakt nicht in der Hauptnavigation, wird er woanders danach suchen, und sofern die Nebennavigation auffallend genug plaziert ist, diesen auch umgehend finden.
Eine weitere Möglichkeit ist, Überbereiche zu finden, die dann jeweils eine eigene Hauptnavigation besitzen. Diese Bereiche könnten z. B. abhängig vom Besucher sein ("Privatkunden" / "Geschäftskunden"), oder die einzelnen Unternehmensbereiche widerspiegeln.
Suchmaschinen - So werden Sie gefunden!
Die goldene Regel: Verwenden Sie die Begriffe, unter denen Sie in Suchmaschinen gelistet werden wollen, auf Ihrer Website. Allerdings in einem vernünftigen Rahmen, den auch jeder menschliche Besucher als angenehm empfindet. Verwenden Sie eine semantisch korrekte Auszeichnung (Überschriften als <h1>, <h2>, usw.), vergeben Sie sinnvolle Alt- und Title-Attribute. Verwenden Sie CSS, um den HTML Code schlank zu halten. Sparen Sie nicht mit Links, auch nicht mit solchen, die von Ihrer Website wegführen. Denken Sie nicht, dass die Vergabe von Meta-Tags schon der Schlüssel zur Suchmaschinenoptimierung ist - Google wertet diese Angaben beispielsweise gar nicht erst aus. Verwenden Sie keine Tricks, etwa schwarze Schrift auf schwarzem Grund, denn diese bringen - wenn überhaupt - nur kurzfristig Erfolge. Sammeln Sie Backlinks, also Verweise auf Ihre Seite - aber bitte nur sinnvolle, hier geht Klasse vor Masse.
Nachdem Sie Ihre neue Website online gestellt haben, sollten Sie zunächst einige Backlinks aufweisen können. Ein guter und sinnvoller Start sind regionale oder branchenabhängige Verzeichnisse. Melden Sie Ihre Website dann beim Open Directory Project an, welches Google und viele andere Suchmaschinen mit Daten beliefert. Sobald Ihre Website dort gelistet wird (dies kann einige Wochen dauern, da dieses Verzeichnis von menschlichen Redaktueren gepflegt wird) sollten Sie Ihre Website nochmal explizit bei den wichtigsten Suchmaschinen melden - Google, Yahoo, und evtl. Lycos (kostenpflichtig). Auch hier sollten Sie Geduld haben: Wenn Sie Ihre Seite innerhalb kurzer Zeit (kurz heisst hier mehrer Monate!) mehrmals melden, könnte dies als Spam gewertet werden und Ihre Seite schlimmstenfalls ganz ausgeschlossen werden.
Das war's. Wie, sagen Sie jetzt vielleicht, das soll es schon gewesen sein? Ja wirklich, mehr ist es nicht. Nun ja, nicht ganz. Sorgen Sie für eine kontinuierliche Pflege Ihrer Seiten - Website-Leichen, auf denen sich jahrelnag nichts tut, werden von Suchmaschinen in der Regel nicht sonderlich gemocht. Sorgen Sie auch für interessante Inhalte, auf die andere gerne verlinken werden. Der Erfolg stellt sich dann mit der Zeit von alleine ein.
Disclaimer - Wir distanzieren uns von, ja wovon eigentlich?
"Mit Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden ..." So fangen Sie meist an, die sogenannten Disclaimer auf unzähligen deutschsprachigen Seiten, mit denen sich die Website-Betreiber aus der Haftbarkeit für Hyperlinks herauswinden wollen, die in eben jenem Urteil festgestellt wurde (welches übrigens nie rechtskräftig wurde). Erstaunlicherweise finden sich diese Disclaimer auf wirklich vielen Webseiten, vom Kaninchenzuchtverein bis zum Weltunternehmen. Erstaunlich deswegen, weil in jenem Urteil festgestellt wurde, dass die Anbringung eines solchen Disclaimers eben nicht ausreicht, um sich aus der Verantwortung für die Verlinkung strafbarer Inhalte zu winden. Die Beliebtheit dieser Disclaimer kann ich mir nur durch eine Art Pinguinsyndrom erklären - springt einer ins Wasser, hüpfen alle hinterher, weil sie denken, das gehört sich wohl so. Und um dem Dilemma noch eins draufzusetzen: Das Vorhandensein eines Disclaimers wird im Ernstfall sogar als Indiz dafür gewertet, dass der Website-Betreiber sich der Möglichkeit bewusst war, er könne auf strafrechtlich relevante Inhalte verweisen!
Tun Sie sich und dem WWW einen Gefallen und verzichten Sie auf den Disclaimer, es ist nutzlose Ressourcenverschwendung. Sie können sich im richtigen Leben ja auch nicht aus der Mitwisserschaft eines Verbrechens reden - "Ja gut, ich wusste, dass Kalle vielleicht 'ne Bank überfallen will, aber ich distanziere mich ausdrücklich von dieser Tat..."